NEURODIAGNOSTIK.

Neurodiagnostik bezeichnet die Untersuchung des Nervensystems mittels elektrophysiologischer Methoden wie Elektroenzephalographie (EEG), Evozierter Potentiale (EPs) und Elektroneuromyographie (EMNG). Moderne computergestützte Methoden der EEG- und EP-Ableitung erlauben dabei die Messung von Neuromarkern, d.h. mit mentalen Symptomen korrelierenden elektrophysiologischen Veränderungen. Dies ermöglicht präzisere Diagnosen und hypothesengeleitete Therapieansätze in der Psychiatrie.

Elektroenzephalographie (EEG)

Die klassische elektrophysiologische Untersuchung in der Neuropsychiatrie ist die Elektroenzephalogaphie (EEG). Dabei werden die Schwankungen der Spannungsdifferenzen („Hirnströme“) zwischen insgesamt 19 über dem Kopf verteilten Elektroden gemessen. Es können dabei Verlangsamungen oder epilepsietypische Potentiale nachgewiesen werden:

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Beim ‘quantitativen EEG’ (qEEG) werden die EEG-Kurven mittels mathematischer Algorithmen ausgewertet, mit einer Normdatenbank verglichen und die Unterschiede mittels verschiedener Verfahren dargestellt:

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Es können damit Aussagen über die kortikale Selbstorganisation neuronaler Netzwerke gemacht werden. Einzelne psychiatrische und neurologische Erkrankungen zeigen dabei spezifische Abweichungen.

Kognitiv und Visuell Evozierte Potentiale (VEP und KEP)

Durch die Messung der EEG-Veränderungen als Reaktion auf eine sensorische Wahrnehmung oder eine kognitive Verarbeitung können sogenannte ‘Evozierte Potentiale‘ (EPs) abgeleitet werden. Bei den visuell evozierten Potentialen wird die kortikale Antwort auf visuelle Reize gemessen gemessen:

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Es lassen sich dadurch Aussagen über die Funktion des visuellen Systems machen.

Bei den kognitiv evozierten Potentialen wird zusätzlich die kognitive Verarbeitung der präsentierten Reize (in der Regel ein Reaktionstest) gemessen. Abweichungen von der Norm lassen Aussagen darüber zu, ob z.B. das System der exekutiven Aufmerksamkeit intakt ist. 

Akustisch Evozierte Potentiale (AEP)

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Bei den akustisch evozierten Potentialen wird die Reaktion des auditorischen Systems gemessen. Es können v.a. Aussagen über die Schädigungen im Bereich des Hirnstamms gemacht werden.

Motorisch und sensibel Evozierte Potentiale (MEP und SEP)

Bei den motorisch und den sensibel evozierten Potentialen werden die Bahnen vom Kortex zu den Muskeln bzw. von Extremitäten zum Kortex gemessen. Verzögerungen lassen Aussagen über Schädigungen dieser langen Bahnen zu.

Elektroneuromyographie (ENMG)

Bei der Elektroneurographie (ENG) wird die Leitgeschwindigkeit der peripheren Nerven gemessen:

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 Bei der Elektromyographie (EMG) wird die elektrische Aktivität von Muskeln gemessen:

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Beide Untersuchungen können die neuropsychiatrische Abklärung ergänzen, v.a. wenn klinisch eine Unsicherheit besteht, ob die Beschwerden zentral (Hirn) oder peripher (Rückenmark, periphere Nerven, Muskeln) bedingt sind.