Neurodiagnostik.

Neuromarker

Unter Neuromarkern versteht man neurologische, medizinisch-technische Messwerte, die bei spezifischen psychischen Symptomen nachgewiesen werden können. Sie entsprechen z.B. einer Verschattung auf dem Röntgenbild der Lunge bei Husten. Neuromarker in der Psychiatrie ersetzen nicht die klassische psychiatrische Diagnosestellung mit Hilfe eines ausführlichen Gespräches. Sie erlauben aber eine genauere Diagnostik und v.a. auch eine gezieltere Therapieplanung. In der Praxis für Neuropsychiatrie verwenden wir elektrophysiologische Neuromarker, d.h. wir arbeiten mit quantitativen EEG-Messungen und dem Ableiten kognitiv evozierter Potentiale.

Beim quantitativen EEG (qEEG) werden EEG-Kurven mittels mathematischer Algorithmen ausgewertet, mit einer Normdatenbank verglichen und Abweichungen festgestellt. Es können damit Aussagen über die kortikale Selbstorganisation neuronaler Netzwerke gemacht werden. Einzelne psychiatrische und neurologische Erkrankungen zeigen dabei spezifische Abweichungen.

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Bei diesem Beispiel sieht man u.a. eine verstärkte Beta-Aktivierung, wie sei bei Angsterkrankungen gefunden werden kann.

Bei den kognitiv evozierten Potentialen wird zusätzlich die kognitive Verarbeitung präsentierter Reize (in der Regel ein Reaktionstest) gemessen. Es kann somit eine Aussage über das Antwortverhalten neuronaler Netzwerke gemacht werden. Abweichungen von der Norm findet man z.B. bei Defiziten der exekutiven Aufmerksamkeit. 

 

Bei diesem Beispiel kommt eine verminderte Inhibitionsreaktion bei einem Patienten mit exekutiven Defiziten bei ADHS zur Darstellung.

Elektroenzephalographie (EEG)

Die klassische elektrophysiologische Untersuchung in der Neuropsychiatrie ist die Elektroenzephalogaphie (EEG). Dabei werden die Schwankungen der Spannungsdifferenzen („Hirnströme“) zwischen insgesamt 19 über dem Kopf verteilten Elektroden gemessen:

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Es können dabei Verlangsamungen oder epilepsietypische Potentiale nachgewiesen und lokalisiert werden.

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Visuell Evozierte Potentiale (VEP)

Durch die Messung der EEG-Veränderungen als Reaktion auf eine sensorische Wahrnehmung können sogenannte ‘Evozierte Potentiale‘ (EPs) abgeleitet werden. Bei den visuell evozierten Potentialen wird die kortikale Antwort auf visuelle Reize gemessen gemessen:

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Es lassen sich dadurch Aussagen über die Funktion des visuellen Systems machen.

Akustisch Evozierte Potentiale (AEP)

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Bei den akustisch evozierten Potentialen wird die Reaktion des auditorischen Systems gemessen. Es können v.a. Aussagen über die Schädigungen im Bereich des Hirnstamms gemacht werden.

Motorisch und sensibel Evozierte Potentiale (MEP und SEP)

Bei den motorisch und den sensibel evozierten Potentialen werden die Bahnen vom Kortex zu den Muskeln bzw. von Extremitäten zum Kortex gemessen. Verzögerungen lassen Aussagen über Schädigungen dieser langen Bahnen zu.

Elektroneuromyographie (ENMG)

Bei der Elektroneurographie (ENG) wird die Leitgeschwindigkeit der peripheren Nerven gemessen:

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 Bei der Elektromyographie (EMG) wird die elektrische Aktivität von Muskeln gemessen:

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Beide Untersuchungen können die neuropsychiatrische Abklärung ergänzen, v.a. wenn klinisch eine Unsicherheit besteht, ob die Beschwerden zentral (Hirn) oder peripher (Rückenmark, periphere Nerven, Muskeln) bedingt sind.