Kognitive Defizite
Von kognitiven Defiziten spricht man, wenn durch eine Schädigung bzw. Erkrankung des Gehirns die ursprünglich gute intellektuelle Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist bzw. schlechter wird. Es können dabei folgende Symptome auftreten:
Störung der Auffassungsgabe,
Wortfindungsstörungen, Verlust des Sprachverständnisses,
Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen,
räumliche Orientierungsstörung mit z.B. Verlaufen in der Stadt und
Gedächtnisstörung.
Je nach Schweregrad kann nur die Ausübung eines anspruchsvollen Berufes oder aber auch die Alltagsbewältigung eingeschränkt sein und damit eine Demenz vorliegen.
Was sind die Ursachen kognitiver Defizite?
Die häufigsten Ursachen für eine Verletzung des Hirngewebes sind:
Hirnschläge und
Schädel-Hirn-Traumata durch Unfälle.
Daneben können aber viele andere neurologische und auch internistische Krankheiten zu kognitiven Defiziten führen:
Entzündliche oder infektiöse Erkrankungen,
Stoffwechselkrankheiten und
Vitamin-Mangel-Erkrankungen.
Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form einer fortschreitenden Demenz; etwa 60 bis 70 Prozent der weltweit 50 Millionen Demenzpatientinnen und -patienten sind davon betroffen.
Die typischen Symptome der Alzheimer-Demenz sind Orientierungs- und Gedächtnisstörungen, Wortfindungsstörungen, Schwierigkeiten bei der Ausübung vertrauter Tätigkeiten. Ist die Lebensbewältigung nicht betroffen, so spricht man von einer leichten kognitiven Störung. Führen die Defizite zu einer Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung, so wird die Lebensqualität von Betroffenen und deren Angehörigen dadurch deutlich eingeschränkt und man spricht von einer Demenz.
Bei einer leichten Demenz kann dem Beruf nicht mehr nachgegangen werden oder können komplexere Geschäfte nicht mehr ohne Hilfe getätigt werden. Bei einer mittelschweren Demenz ist man auf Hilfe im Alltag (Ankleiden, Einkaufen, Kochen) angewiesen, bei einer schweren Demenz braucht man zudem Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme und der Körperhygiene.
Daneben kommt es häufig zu psychiatrischen Symptomen wie Angst, Depression, Schlafstörungen, Verhaltensstörungen mit Aggressivität oder auch sexueller Enthemmung.
Wie klären wir kognitive Defizite ab?
Eine neuropsychiatrische Abklärung kognitiver Defizite umfasst je nach Fragestellung neben dem Gespräch auch Fragebogen zur Erfassung des Schweregrades der Symptomatik, eine neurologische Untersuchung, neuropsychologische Tests und elektrophysiologische Untersuchungen. Bei kognitiven Defiziten ermöglichen uns eine Hirnstromkurve (EEG) und eine Bildgebung (MRI des Schädels), die Funktionsstörung besser zu verstehen und auch Ursachen zu finden. Bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung oder eine Alzheimer-Demenz planen wir zudem eine Untersuchung des Liquors (Hirnwasser).