Neurostimulation.

 

Im Gegensatz zur Psychotherapie bedient sich die Neurostimulation bzw. Neuromodulation physikalisch-technischer Methoden, um die Funktion von Nervenzellen bzw. Nervenzellverbänden gezielt zu beeinflussen. Diese Methoden verursachen kaum Nebenwirkungen.

Repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS)

Bei der Transkraniellen Magnetstimulation werden mittels einer über dem Kopf gehaltenen Magnetspule repetitive magnetische Impulse erzeugt. Diese stimulieren dann die Aktivität der sich direkt darunter befindenden Hirnrindenareale. Die Methode ist sehr sicher und verursacht kaum Nebenwirkungen. Da der therapeutische Effekt aber in erster Linie über die Induktion plastischer Prozesse zustande kommt, muss die Stimulation während mindestens 4 bis 6 Wochen täglich durchgeführt werden.

 

Die repetitive Transkranielle Magnetstimulation bieten wir zur Behandlung folgender Erkrankungen an:

  • therapieresistente Depressionen

  • therapieresistente akustische Halluzinationen bei Schizophrenien

  • chronische Schmerzen

Bei den genannten Erkrankungen ist die Wirkung wissenschaftlich bewiesen. Bei den therapieresistenten Depressionen z.B. werden 30% der Patientinnen und Patienten gesund, bei 35% wird das Befinden viel besser.

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Nebenwirkungen, die auftreten können: lokales Zwicken der Kopfhaut, leichte Kopfschmerzen in 10-20%, welche bei Bedarf mit Paracetamol behandelt werden, unspezifisches Unwohlsein und Benommenheit, weshalb erst 15 Minuten nach der Stimulation Auto gefahren werden sollte, sehr selten, d.h. in 1 von 1000 Fällen, Krampfanfälle.

In diesen Situationen kann die Behandlung nicht durchgeführt werden: implantierte intrakranielle Elektroden, Cochlea-Implantat, früher erfolgte Operation am Gehirn, ventrikulo-peritonealer Shunt, Epilepsie, Herzschrittmacher oder Defibrillator, Schwangerschaft.

 

Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS)

Bei der Transkraniellen Gleichstromstimulation handelt es sich um eine Methode der Neuromodulation. Das bedeutet, dass keine Nervenzellentladungen ausgelöst, sondern nur die Aktivität einzelner Hirnregionen angeregt oder gehemmt werden. Zwischen zwei oder mehr Oberflächenelektroden wird dazu eine niedrige Spannung (wenige Volt) angelegt und damit ein schwacher Strom (wenige mA) induziert. Dabei wird die Hirnregion unter dem Pluspol aktiviert und die Hirnregion unter dem Minuspol gehemmt. Die Effekte lassen bei einmaliger Anwendung rasch (innerhalb von Minuten) nach. Nur bei wiederholter Anwendung - während 2 bis 4 Wochen täglich - können anhaltende Effekte erreicht werden.

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Die transkranielle Gleichstromstimulation bieten wir zur Behandlung folgender Erkrankungen an:

  • Kognitive Defizite

  • Mittelschwere Depressionen bei Medikamentenüberempfindlichkeit

Nebenwirkungen, die auftreten können: Kribbeln und Jucken, lokale Rötung, Kopfschmerzen und unspezifisches Unwohlsein.

In diesen Situationen kann die Behandlung nicht durchgeführt werden: implantierte intrakranielle Elektroden, Cochlea-Implantat, früher erfolgte Operation am Gehirn, ventrikulo-peritonealer Shunt, Herzschrittmacher oder Defibrillator, Schwangerschaft.

 

Neurofeedback (NFB)

Das Neurofeedback (NFB) ist streng genommen weder eine Neurostimulation noch eine Neuromodulation, es werden keine Nerven elektromagnetisch angeregt. Die Methode basiert darauf, dass dem Gehirn seine eigene Aktivität "rückgemeldet" wird. Dadurch wird die Selbstregulation verbessert. Die Modulation der Hirnaktivität wird somit nicht „von aussen“ induziert wie bei Methoden wie rTMS oder tDCS. Damit lassen sich Konzentration bei gleichzeitiger Entspannung trainieren, was bei vielen psychiatrischen Erkrankungen zu einer Symptomreduktion führt. Die Effekte können sofort in der ersten Sitzung spürbar sein. Um eine nachhaltige Verbesserung zu erreichen, ist in aller Regel jedoch mit 10 bis 30 Sitzungen zu rechnen.

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Neurofeedback bieten wir - eingebettet in Biofeedback - zur Behandlung folgender Beschwerden und Erkrankungen an:

  • Nervosität und Schlafstörungen

  • ADHS und ADS

  • Angst- und Zwangsstörungen

  • Emotionale Instabilität

Nebenwirkungen, die zu Beginn des Trainings auftreten können: Müdigkeit oder Schlafstörung, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit, Stimmungsschwankungen.

In diesen Situationen kann die Behandlung nicht durchgeführt werden: Implantierte Intrakranielle Elektroden, Psychoseerkrankungen.

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Die Kosten der Behandlungen mit repetitiver Transkranieller Magnetstimulation (rTMS), transkranieller Gleichstromstimulation (tDCS) und Biofeedback werden von der Grundversicherung noch nicht übernommen.

rTMS und tDCS muss selber bezahlt werden. Falls Sie eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben, können Sie prüfen, ob die Kosten für Biofeedback ganz oder teilweise erstattet werden.

Bei Fragen zu unseren Leistungen und Preisen können Sie uns gerne anrufen oder schreiben Sie uns eine Mail.