Neuropsychiatrie.

 

Die Neuropsychiatrie ist das medizinische Fach, welches psychische Störungen im eigentlichen Sinne ganzheitlich behandelt: von den neuronalen Fehlfunktionen bis zum subjektiven Erleben im psychosozialen Kontext sollen alle Aspekte in Diagnostik und Therapie berücksichtigt werden.

Abklärung

Um herauszufinden, welche Hirnfunktionsstörung oder Hirnerkrankung die vorhandenen Symptome erklärt, setzen wir neben einem Gespräch und einer klinischen Untersuchung verschiedene Verfahren ein:

Neuropsychologische Testungen erlauben uns die Objektivierung kognitiver Defizite wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen.

Neurodiagnostik bezeichnet die Untersuchung des Nervensystems mit elektrophysiologischen Methoden. Dabei erlauben uns moderne computergestützte Methoden der EEG- und EP-Ableitung die Messung von Neuromarkern, d.h. mit psychischen Symptomen korrelierenden elektrophysiologischen Veränderungen. Dies ermöglicht präzisere Diagnosen und gezieltere Therapieansätze in der Psychiatrie.

Bei Fragen nach strukturellen Veränderungen im Hirn kommt eine Bildgebung (MRI, Nuklearmedizin) zum Einsatz.

Laboruntersuchungen von Blut oder Liquor (Hirnflüssigkeit) helfen, z.B. Vitaminmangelerkrankungen oder Entzündungen nachzuweisen.

Behandlung

Zunächst klären wir über die Resultate der Untersuchungen und die gestellten Diagnosen auf. Da neben biologischen Faktoren auch psychosoziale Belastungen zu Funktionsstörungen des Hirns führen, setzen wir neben Medikamenten sowohl neurotherapeutische als auch psychologische Methoden in der Therapie ein.

Ziel der verhaltenstherapeutisch orientierten Psychotherapie ist es, mit Hilfe von Veränderungen in Denken, Fühlen und Handeln die Hirnfunktion wieder zu normalisieren.

In der Neuropsychologischen Therapie werden kognitive Defizite wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen durch gezielte Übungen verbessert.

Die Neurostimulation bzw. Neuromodulation beinhaltet die Beeinflussung psychischer Symptome durch physikalisch-technische Methoden, mit deren Hilfe die Funktion der Nervenzellen bzw. von Nervenzellverbänden beeinflusst wird: repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS)transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS)externe Trigeminus-Nerv-Stimulation (e-TNS) und Neurofeedback (NFB). Ein grosser Vorteil dieser Methoden besteht darin, dass kaum Nebenwirkungen auftreten.