Neuropsychiatrie

Die Neuropsychiatrie als medizinisch-klinische Disziplin befasst sich fächerübergreifend mit mentalen Störungen im Rahmen von Funktionsstörungen und Erkrankungen des Gehirns.

Neuropsychiatrische Symptome

Die wichtigsten und häufigsten neuropsychiatrischen Symptome sind:

  • Anfallsartige Störungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Verwirrtheitszustände und Demenzen
  • Ängste und Zwänge
  • Depressive, manische und psychotische Symptome
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Kopfschmerzen und Sinnestäuschungen
  • Bewegungsstörungen

Typische Fragestellungen sind dabei:

  • Sind die Panikattacken Ausdruck epileptischer Anfälle?
  • Liegt eine Depression oder eine Demenz, eine Schizophrenie oder eine limbische Enzephalitis vor?
  • Ist die Konzentrationsstörung Ausdruck von Ängsten oder einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)?
  • Genügen psychologische Tests für die Diagnosestellung oder sollte eine Bildgebung des Gehirns erfolgen?
  • Sollen Medikamente, neurotherapeutische Verfahren und/oder eine Psychotherapie zur Behandlung eingesetzt werden?

Zur Klärung, welche Hirnfunktionsstörung oder Hirnerkrankung die Symptome erklärt, kommen neben einem ausführlichen Gespräch und einer klinischen Untersuchung folgende Verfahren zum Einsatz:

  • Neuropsychologische Testung
  • Elektroenzephalogramm (EEG)
  • Evozierte Potentiale (EPs)
  • Bildgebung des Gehirns (MRI, Nuklearmedizin)
  • Laboruntersuchung von Blut oder Liquor (Hirnflüssigkeit)

Neuropsychiatrische Krankheiten

Die in der Neuropsychiatrie berücksichtigen Krankheiten umfassen ein weites Spektrum:

  • Anpassungsstörungen
  • Angst- und Zwangsstörungen
  • Dissoziative und somatoforme Störungen
  • Depressionen und bipolare affektive Störungen
  • Schizophrenien und andere Psychosen
  • Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Erwachsenen
  • Autismus-Spektrum-Störung bei Erwachsenen
  • Intelligenzminderung bei Erwachsenen
  • Migräne und andere Kopfschmerzformen
  • Bewegungsstörungen
  • Epilepsien und andere anfallsartige Störungen
  • Vaskuläre Hirnerkrankungen wie Hirnschläge
  • Entzündliche Hirnerkrankungen wie Multiple Sklerose
  • Infektiöse Hirnerkrankungen wie Neuroborreliose
  • Metabolische Hirnerkrankungen wie Leukodystrophien
  • Hirntumoren und Hirnmetastasen
  • Liquorzirkulationsstörungen
  • Hirnfunktionsstörungen nach Schädel-Hirn-Trauma
  • Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson
  • Fehlbildungen des Gehirns

Neuropsychiatrische Behandlung

Neben der Aufklärung über die Resultate der Abklärung und die Diagnose können folgende therapeutischen Optionen zum Einsatz kommen:

  • Beratung der Patienten und der Angehörigen
  • Psychotherapie
  • Neurotherapeutische Verfahren wie rTMS, tDCS oder Neurofeedback
  • Medikamente